Privatkredit-Vertrag

Privatkredit-Vertrag
Was ist bei einem Privatkredit-Vertrag zu beachten?

Was ist ein Privatkredit?

Bevor es um den Privatkredit-Vertrag geht, muss der Begriff Privatkredit geklärt werden. Dieser kann unterschiedlichste Bedeutungen haben. Als Privatkredit können sowohl die Ratenkredite bezeichnet werden, die Finanzinstitute an Privatpersonen vergeben, als auch die durch die privaten Online-Kreditplattformen wie smava oder auxmoney möglich gewordenen Kredite von privat an privat. Juristisch handelt es sich bei beiden Kreditarten um Verbraucherkredite, für die die gesetzlichen Formvorschriften eingehalten werden müssen. Dazu gehört vor allem ein schriftlicher Darlehensvertrag.

Eine dritte Form der Privatkredite stellen die zwischen Verwandten, Freunden oder Bekannten verliehenen Beträge dar, die nach dem Gesetzgeber keiner schriftlichen Grundlage bedürfen. Doch zur Vermeidung späterer Streitigkeiten oder auch zur Absicherung für den Fall, dass sich in die Beziehung zum Darlehensnehmer während der Kreditlaufzeit Konflikte einschleichen, sollten auch die Bedingungen für private Kredite in einem Privatkredit-Vertrag fixiert werden.

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Privatkredit-Vertrag: Grundsätzliches

Nachdem für Privatkredite der letztgenannten Art grundsätzlich keine Schriftform vorgegeben ist, bestehen auch hinsichtlich der Ausgestaltung des Privatkredit-Vertrages keine gesetzlichen Vorgaben. Doch wer das Ziel, mithilfe des privaten Kreditvertrages auch im Konfliktfall über eine unstrittige Vertragsgrundlage zu verfügen, erreichen will, muss diverse Dinge beachten. Hilfe leisten bei der Erstellung des Kreditvertrages können Privatkreditvertrag-Vorlagen unterschiedlichster Art. Wer sichergehen möchte, dass die von ihm gewählte Privatkreditvertrag-Vorlage auch tatsächlich alle wichtigen Angaben enthält oder wer den Kreditvertrag eigenhändig erstellen möchte, sollte auf folgende Punkte achten:

Unverzichtbare Basisdaten

Zuerst einmal muss ein privater Darlehensvertrag zwischen Privatpersonen die Personalien des Kreditgebers und des Kreditnehmers enthalten. Sofern nicht nur eine, sondern mehrere Personen als Kreditnehmer vorgesehen sind, sollte der Vertrag eine Regelung über die jeweiligen Haftungsanteile enthalten (gesamtschuldnerisch oder anteilig?). Unverzichtbar sind Angaben zur Kreditsumme, die im Idealfall in Ziffern und Buchstaben genannt werden sollte.

Sofern der Kredit für eine bestimmte Verwendung gedacht ist, sollte auch die Verwendungsangabe nicht fehlen. Darüber hinaus sollten der Auszahlungstermin und die Auszahlungsart im Kreditvertrag genannt werden. Sofern die Auszahlung im Überweisungsweg vorgesehen ist, wird die Angabe der Kontodaten des Kreditnehmers notwendig. Bei vereinbarter Barauszahlung ist unbedingt darauf zu achten, dass die Bereitstellung des Kreditbetrages quittiert wird. Die Quittierung kann bei sofort vereinbarten Auszahlungen Bestandteil des Kreditvertrages sein, aber auch separat erfolgen.

Immer erforderlich: Angaben zu Zinsen und Tilgung

Zu den unverzichtbaren Angaben gehört ferner der vereinbarte Zinssatz inklusive des Zinszahlungstermins respektive bei zinslosen Krediten ein entsprechender Hinweis auf diesen Verzicht. Bei der Bestimmung des Zinssatzes ist darauf zu achten, dass die vereinbarte Höhe den zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses geltenden Marktzinssatz nicht um mehr als das Doppelte übersteigt. Eine andere Regelung würde gegen den Wucherparagrafen (§ 138 BGB) verstoßen.

Im Kreditvertrag schriftlich zu fixieren ist auch die vereinbarte Kreditlaufzeit; für einen Vertrag ohne Fristnennung gilt sonst automatisch das gesetzliche Kündigungsrecht von drei Monaten. Sofern die Rückzahlung nicht in einer Summe zu einem bestimmten Termin oder nach Eintreffen bestimmter Voraussetzungen (zum Beispiel auf den Zugriff auf einen bestimmten Verkaufserlös) vereinbart wird, ist neben dem Rückzahlungstermin die monatlich zu leistende Tilgungsrate inklusive der Art der Tilgungsverrechnung aufzuführen. Sinnvoll ist sowohl bei Privatkrediten mit fester Tilgungsrate als auch bei einer vereinbarten annuitätischen Zins- und Tilgungsrate die Beifügung eines Tilgungsplanes (mittels Excel erstellbar).

In Verbindung mit den Zinszahlungen und der oder den Tilgungsraten ist die Angabe der vollständigen Kontoverbindung (Bezeichnung des Empfängerkontos und der Bank, Kontonummer und Bankleitzahl) des Kreditgebers unverzichtbar.

Für beide Seiten wichtig: vertragliche Regelungen zur Sicherheit

Sollten für den Privatkredit Sicherheiten vereinbart werden, sind auch diese im Vertrag so zu benennen, dass eine unstrittige Identifizierung möglich ist. Zur Sicherheit für beide Seiten sollte auch in einem Privatkreditvertrag geregelt werden, was geschieht, wenn der Kreditnehmer seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Dazu gehören sowohl Regelungen für entstehende Zahlungsrückstände als auch Kündigungsmöglichkeiten.

Für alle Fälle: die Salvatorische Klausel

Da auch ein sorgfältig erstellter oder aus dem Netz heruntergeladener Kreditvertrag Fehler aufweisen könnte, die zur Unwirksamkeit nicht nur der fehlerhaften Vereinbarung, sondern des gesamten Vertrages führen könnten, sollte jeder Vertrag eine „Salvatorische Klausel“ enthalten. Diese Klausel stellt sicher, dass im Falle der Nichtigkeit einer getroffenen Vereinbarung nicht der gesamte Vertrag unwirksam wird, sondern nur für den nichtigen Teil eine neue Vereinbarung getroffen werden muss, die dem gedachten Zweck am ehesten entspricht.

Widerrufsvereinbarung beim Privatkredit-Vertrag?

Da ein Privatkreditvertrag nicht den Regelungen der Verbraucherkreditrichtlinie unterliegt, ist, auch wenn einige der im Netz angebotenen Musterverträge eine entsprechende Vereinbarung beinhalten, eine Widerrufsbelehrung nicht erforderlich.

Unverzichtbar: Unterzeichnung durch alle Beteiligte

Nur im Sinne der Vollständigkeit möchten wir die selbstverständlich notwendige rechtsverbindliche Unterzeichnung des Kreditvertrages durch alle Beteiligten nebst Angabe des Datums nicht unerwähnt lassen.

Privatkredite versteuern

Auch Zinsen aus privaten Geldverleihungen zählen zu den Einkünften aus Kapitalvermögen und sind entsprechend zu versteuern (§ 20 EStG). Auch sie unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Da bei diesen von Privatpersonen gezahlten Zinsen kein Steuerabzug an der Quelle möglich ist, müssen private Zinseinnahmen in der Steuererklärung deklariert werden. Doch der Steuerpauschbetrag von 801 Euro pro Jahr (oder 1.602 Euro für Verheiratete) gilt auch für privat vereinnahmte Zinsen; Zinseinnahmen unterhalb dieser Pauschbeträge bleiben somit steuerfrei.

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